Dienstag, 14. Dezember 2010

Airport Weeze fürchtet die Luftverkehrsabgabe

Vor kurzem konnte der Flughafen Weeze noch jubeln. So bescherte ihm die niederländische Luftverkehrsabgabe doch einen gigantischen Passagierstrom aus Holland, Fliegen ab Deutschland war günstiger. Jetzt droht eine Abgabe in Deutschland.

Die Niederländer nutzen den Airport Weeze, unmittelbar an der deutsch-niederländischen Grenze gelegen, um von hier aus günstiger in den Urlaub starten zu können, ohne die lästige Eco-Tax in Holland zahlen zu müssen. Nach nur anderthalb Jahren war der Spuk in Holland vorbei, die Regierung schaffte die Steuer wieder ab, zu viele Passagiere waren ins benachbarte Ausland abgewandert und von dort geflogen.

Jetzt soll in Deutschland eine solche Luftverkehrsabgabe eingeführt werden. Fliegen die Deutschen demnächst dann alle ab Holland in den Urlaub? Das befürchtet man offenbar beim Airport Weeze. Flughafenchef Ludger van Bebber sagte heute, das man über diese Pläne der Regierung "äußerst verwundert" sei. Solch ein internationales Geschäft wie die Airline-Industrie könne man nicht auf nationalem Wege regulieren, die Abgabe würde zur Minderung des Wachstums und dem Verlust von Arbeitsplätzen im großen Stil führen, so van Bebber. Zu Umweltaspekten würde es dadurch nicht kommen, da die Verkehre lediglich ins Ausland verdrängt würden - zum Beispiel in die Niederlande.

Van Bebber empfiehlt dann auch den Politikern in Berlin, sich mit ihren Kollegen in den Niederlanden zusammenzusetzen und über deren Erfahrungen mit ihrer "Eco-Tax" zu sprechen. Schließlich haben die Niederländer bereits live Erfahrungen damit gesammelt - mit all den negativen Konsequenzen, woraufhin die Steuer ja schließlich wieder abgeschafft wurde.

Auch der größte Kunde am Airport Weeze, Ryanair, rät dringend von der Einführung einer Luftverkehrsabgabe ab. Die Airline verweist darauf, das Ryanair in den Ländern am Größten wächst, die eine solche Luftverkehrsabgabe abgelehnt oder wieder abgeschafft haben. Es sei noch zu früh, über konkrete Konsequenzen, beispielsweise einen Rückzug aus Deutschland nachzudenken, so Ryanair-Sprecherin Henrike Schmidt. Allerdings verweist Schmidt auf Irland und das Vereinigte Königreich. In beiden Ländern gibt es eine solche Abgabe auf Flugtickets. In Irland habe sich Ryanair stark zurückgezogen, die Zahl der stationierten Maschinen in Dublin ist von 24 auf 16 gesunken. Das gleiche gilt für den Flughafen London-Stansted, hier gibt es nur 24 statt vorher 40 Boeing 737. Viele Destinationen wie Manchaster, Dublin oder Shannon seien auf Grund der dortigen Luftverkehrsabgabe von Weeze aus nicht mehr erreichbar, so Ryanair.

MITTWOCH, 09. JUNI 2010 UM 12:22

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen