Freitag, 14. Januar 2011

Vielflieger zahlen bei Prämienflügen häufig drauf

Wer dem Vielfliegerprogramm einer Fluggesellschaft beitritt, bekommt als Belohnung für die langjährige Treue nach jedem Flug die zurückgelegten Meilen gutgeschrieben. Hat der Kunde genügend Meilen zusammen, nimmt ihn die Fluggesellschaft als Belohnung einmal kostenlos mit. Ein gutes Geschäft für beide Seiten, möchte man meinen. Wären da nicht die Steuern und Gebühren, also Sicherheitsgebühren, Service-Entgelte und Kerosinzuschläge, die der Fluggast selbst zu tragen hat. Die nämlich sind in den letzten Jahren kräftig gestiegen. Das günstigste Bezahlticket ist heute oftmals billiger als der mühsam erflogene "Freiflug".



Zu diesem ernüchternden Ergebnis kommt ein Test in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift REISE & PREISE, wo sich 13 renommierte internationale Fluggesellschaften auf zwei Strecken - einer innereuropäischen nach Nizza und einer interkontinentalen Flugroute nach Bangkok - einem Gebührentest stellen mussten.

Testteilnehmer Air France bucht Mitgliedern des beliebten Bonusprogramms "Flying Blue" für den Flug nach Nizza an Frankreichs Promiküste Côte d'Azur 20.000 Meilen vom Konto ab und schickt dem Kunden zusätzlich eine Gebührenrechnung über EUR 211.  Das billigste im Reisebüro erhältliche Air-France-Ticket hätte zum Testzeitpunkt EUR 175 gekostet - inkl. Steuern und Gebühren, versteht sich. Der Vielflieger zahlt unterm Strich EUR 36 drauf.

Kein Einzelfall: Miles & More-Mitglieder von Lufthansa müssen für ein Prämienticket von Frankfurt nach Nizza sogar 30.000 Meilen opfern. Selbstbehalt an Gebühren: EUR 118. Ärgerlich für den Kunden, denn ohne Meilen wäre er schon für EUR 99 ans Ziel gekommen. Auf der Fernstrecke ist das Prämienticket zwar durchweg günstiger als der reguläre Flugschein, doch auch hier klaffen Wunschdenken und Realität weit auseinander.


Auf der untersuchten Bangkok-Route schnitt Emirates am besten ab. Grund: Die arabische Airline verzichtet seit geraumer Zeit auf Treibstoffzuschläge, so fallen die Gebühren mit EUR 96,21 vergleichsweise niedrig aus - bei einem Einsatz von 67.500 Meilen. Ungleich mehr kostet der Prämienflug bei Air France (80.000 Meilen, zu zahlende Gebühren: EUR 382), British Airways (80.000 Meilen, EUR 372) und Lufthansa (80.000 Meilen, EUR 311).

Zu viel, so das Urteil der REISE & PREISE-Tester: Für einen Prämienflug in die thailändische Hauptstadt muss ein Flugreisender immerhin etwa achtmal nach Bangkok oder zehnmal nach New York
fliegen. Wem dann für den erhofften Freiflug noch eine Rechnung über mehrere hundert Euro ins Haus flattert, der reagiert zu Recht mit Unverständnis, zumal reguläre buchbare Sondertarife nach Bangkok schon ab EUR 550 angeboten werden. (ots)

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen