Samstag, 23. April 2011

Ryanair führt Sitzplatzreservierungen und neue Verspätungs-Gebühr ein

Der Billigflieger Ryanair führt auf ausgewählten Strecken testweise Sitzplatzreservierungen ein. Ab dem 16. Mai 2011 können Kunden zunächst auf den Strecken von Dublin nach Malaga und von Dublin nach London-Gatwick Plätze in den vordersten Reihen sowie Plätze am Notausgang (Reihen 16 und 17) reservieren. Die Gebühr dafür veranschlagt Ryanair mit 10 Euro pro Platz und Strecke.


Wer keinen festen Platz reservieren möchte, aber dennoch vorzeitig einsteigen will, kann auch weiterhin "Priority Boarding" nutzen - allerdings macht dies dann eigentlich keinen Sinn mehr, da die attraktivsten Plätze künftig fest reserviert sind. Ob Ryanair das Konzept beibehalten und ausweiten will, ist noch ungewiss, man wolle zunächst mal ausprobieren, wie das Angebot angenommen wird.


Still und heimlich hat Ryanair im übrigen eine neue Gebühr eingeführt. Auf allen Tickets wird ab sofort eine "Delay/cancel levy" in Höhe von 2 Euro erhoben. Mit den Einnahmen aus dieser Gebühr will Ryanair Schadenersatzzahlungen nach der Verordnung über die europäischen Fluggastrechte finanzieren. Dieser EG-Verordnung zufolge muss Ryanair bei Verspätungen oder Flugausfall Schadenersatz in Höhe von 250 Euro pro Passagier zahlen. Schon seit langem verlangt die Fluggesellschaft von allen Passagieren eine "Wheelchair levy" nach dem Ryanair gezwungen wurde, Kosten für die Beförderung von gehbeinderten Passagieren zu übernehmen. Auch diese Kosten wälzt Ryanair so auf die Allgemeinheit ab. 

Neben der "Delay/cancel" und "Wheelchair"-Gebühr fallen bei einer Buchung bei Ryanair noch zahlreiche weitere Gebühren an wie "Kredtikartengebühr", "Insurance" oder "PRM-levy" an - die Airline brüstet sich aber damit "niemals" einen Kerosinzuschlag einführen zu wollen.

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