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| Ryanair vor Gesprächsabbruch mit Boeing |
| Dienstag, 08. Dezember 2009 um 23:19 |
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Ryanair will noch diesen Monat die Gespräche mit Boeing über den Kauf neuer Flugzeuge abbrechen - wenn der Preis nicht fällt. "Die Verhandlungen laufen nicht sehr gut", sagte Ryanair-Kommunikationschef Stephen McNamara in Düsseldorf.
Ryanair plant 200 neue Boeing vom Typ 737-800 zu bestellen. Bei der letzten Bestellung von 300 Maschinen gab es für die irische Fluggesellschaft einen sehr großen Rabatt - doch diesen will Boeing nun offenbar nicht mehr gewähren. Low-Cost-Flüge würden aber auch nur mit Low-Cost-Airplanes rentabel sein, so der Ryanair-Sprecher. "Michael [Anm. der Red: Michael O'Leary, CEO Ryanair] erlitt einen Schock und hatte schlaflose Nächte, als er die Preisvorstellungen von Boeing für die neue Bestellung gesehen hatte", sagte McNamara mit einem Schmunzeln vor Journalisten. Zwar wäre Ryanair auch an Flugzeugen von Airbus interessiert ("Wir verhandeln grundsätzlich mit jedem Hersteller, der uns Flugzeuge für 200 Passagiere anbieten kann"), doch nehme man Ryanair in Toulouse offenbar nicht ernst. So lange noch Verhandlungen mit Boeing liefen, fühle sich Airbus nur als ein Argument, um den Preis der Boeing-Maschinen zu drücken, vermutet McNamara. "Airbus nimmt uns erst ernst, wenn wir die Gespräche mit Boeing abbrechen". Ryanair hat sich daher nun selbst eine Deadline gesetzt. Sollte es noch in diesem Monat zu keiner Einigung mit Boeing kommen, würden die Gespräche offiziell für beendet erklärt - dann könne man auch, mit anderen Herstellern verhandeln. Sollte sich kein günstiges Angebot finden, würde Ryanair notfalls sogar auf ein Wachstum ab 2013 verzichten. Ryanair selbst hat ziemlich konkrete Verändungswünsche, was die Kabinen der künftigen Flugzeuge angeht. So würden die Iren gerne mindestens eine, bestenfalls zwei der insgesamt drei Toiletten an Bord aus- und dafür mehr Sitzreihen einbauen. Auch hält Ryanair nach wie vor an der Idee von Stehplätzen fest. Stephen McNamara könnte sich künftig eine Zwei-Klassen-Konfiguration vorstellen. Die Marktforschung habe ergeben, das vor allem junge Menschen und Business-Traveller diese dann günstigeren Stehplätze buchen würden. Dabei würde man angelehnt an einem Hocker sitzen, mit Bügeln wie man sie von einer Achterbahn kennt. Doch steckt dieses System noch in der Entwicklungsphase. Durch diese Maßnahmen wollen die Iren künftig 220 Passagiere in einem Flugzeug statt den bisherigen 189 unterbringen. Boeing selbst hält dies nach Ryanair-Angaben derzeit aber für nicht Realisierbar, dazu sei das Flugzeug nicht lizenzisert, es müsse unter Umständen ein weiterer Notausgang eingebaut werden. "They can send a man to the moon but can't put 30 more passengers on an aircraft", kommentierte der Ryanair-Sprecher die Zurückhaltung von Boeing. Langstreckenpläne weiterhin aktuell Nach wie vor plane Ryanair in zwei bis drei Jahren auch Langstreckenflüge anzubieten. Michael O'Leary habe dazu ein fertiges Konzept in der Schublade, noch gäbe es aber keine entsprechenden Langstreckenflugzeuge zu einem angemessenen Preis, so McNamara. |
