Ryanair-Sprecherin Schmidt unter Druck
Mittwoch, 13. Januar 2010 um 16:48

Ryanair-Sprecherin Henrike Schmidt (31) geriet heute bei einer Pressekonferenz in Berlin unter Druck. Ihre Aussage „Ryanair ist die weltweit beliebteste Airline“ erntete heftigen Widerspruch bei den anwesenden Journalisten.

„Worauf beziehen Sie diese Aussage?“, so die erste Frage. Dazu Schmidt: „Aus unseren stetig wachsenden Passagierzahlen“.

Doch Wachstum bei Passagierzahlen reicht alleine sicher nicht aus, um sich „die weltweit beliebteste Airline“ zu nennen. Für Heiterkeit sorgte auch die Aussage zu Memmingen – „das ist für uns München-West“. Bei den anderen Flughäfen sprach sie routiniert von Frankfurt, Düsseldorf und Bremen. Was sie nicht sagt: Frankfurt ist Hahn im Hunsrück und Weeze liegt für das Marketing der Iren in Düsseldorf. „Wir könnten sonst nicht die Preise anbieten“, gibt Schmidt auf Nachfrage kleinlaut zu.

Nach Schmidts Angaben konnte der Durchschnittspreis des Tickets noch einmal gesenkt werden – auf nunmehr 32 Euro. Einen Kerosinzuschlag plane die Airline nicht. Auch hier ist interessant, was Schmidt nicht sagt. Mit allen Zuschlägen und Nebengebühren kostet der Flug mit Ryanair einiges mehr, als das Angebot im Internet erwarten lässt.

Trotz Kritik am Geschäftsmodell sprechen die Zahlen für Ryanair. In diesem Jahr sollen rund 66 Millionen Passagiere befördert werden. Seit 2002 wächst die Airline im deutschen Markt, zuletzt mit 13 Prozent. 2003 kam Ryanair nach Berlin-Schönefeld. Am 13. Januar 2010 begrüßte Ryanair-Sprecherin Schmidt den 3,4 Millionsten Fluggast.

Um weiter zu wachsen sollen im Jahr 2010 noch 48 neue Flugzeuge in Dienst gestellt werden, 2011 sind 37 geplant und 2012 noch einmal 27. Wie es danach weitergeht steht derzeit noch aus, da die Gespräche zwischen Boeing und Ryanair erst einmal beendet sind. Ryanair Chef Michael O’Leary, der heute nicht in Berlin war, hatte kürzlich die Verhandlungen mit Boeing für beendet erklärt.

Ebenfalls für Heiterkeit sorgte die Aussage von Schmidt, dass Ryanair deutlich weniger Gepäckstücke verliere als beispielsweise Lufthansa. „Bei Ryanair fliegt ja kaum noch jemand mit Gepäck“, konterte eine Journalistin. Da sei das Risiko natürlich viel geringer, Gepäck zu verlieren. Der Billigflieger hatte die Gebühren für Gepäck, das aufgegeben werden muss, stets erhöht. Das führte dazu, dass rund 50 Prozent der Fluggäste nur noch mit Handgepäck unterwegs sind.